Logo WM Moskau 2013

0000000000 Logo IAAF    14. Leichtathletik-WM 2013 - Sieger, Verlierer, Rekorde

Zurück zur WM | Medaillenspiegel


Luschniki Stadion Moskau
Olympiastadion Luschniki, Moskau - Foto: Dmitry Rozhkov


1. Tag
Der Kenianerin Edna Ngeringwony Kiplagat gelang es als erster Athletin bei Weltmeisterschaften, im Marathonlauf ihren Titel zu verteidigen.
2. Tag
Ein glänzender Zehnkampf mit drei neuen persönlichen Bestleistungen und weiteren zwei Einstellungen persönlicher Bestleistungen belohnte Michael Schrader mit der Silbermedaille.

Als 12. des Vorkampfes schaffte es die US-Amerikanerin Brittney Reese gerade noch ins Finale - und gewann zum dritten Mal hintereinander die Goldmedaille.

Usain Bolt holt sich seinen Titel über 100 m zurück, nachdem er ihn vor zwei Jahren in Daegu nach einem Fehlstart verloren hatte.

Mit spielerisch erscheinender Leichtigkeit stürmte Tirunesh Dibaba zu ihrem 5. Weltmeistertitel. Sie ist damit eine der größten Langstreckenläuferinnen aller Zeiten.
3. Tag
Drei deutsche Stabartisten forderten den "überfliegenden" Franzosen Renaud Lavillenie heraus. Und wie bei den letztjährigen Olympischen Spielen landeten die drei gleichen Sportler auf dem Treppchen - allerdings in anderer Reihenfolge. Raphael Holzdeppe holte den ersten Weltmeistertitel eines Deutschen im Stabhochsprung überhaupt, riss sich im Stile eines Robert Harting das Trikot vom Leib (mangels dessen Kraft konnte er es allerdings nicht zerreißen) und raste jubelnd umher.
Björn Otto
vervollständigte den Triumph mit der Bronzemedaille, und Malte Mohr schließlich kam, wie schon bei der WM vor zwei Jahren, auf einen glänzenden fünften Rang. Deutschland, eine Stabhochsprungmacht, bei den Männern wenigstens.

Und unmittelbar zuvor hatte Christina Schwanitz in ihrem letzten Versuch mit persönlicher Bestleistung die Kugel auf den Silberrang gestoßen. Chapeau! Besser war nur die Neuseeländerin Valerie Adams, die ihren vierten WM-Titel nacheinander gewann.
Ein kompletter Medaillensatz für deutsche Sportler an einem Tag - wann hat es das zuletzt gegeben?
4. Tag
Die Zahl 4 hatte für die deutschen Sportler am 4. Tag irgendwie Symbolcharakter. Vielleicht hätte der Stabhochsprung der Frauen an einem anderen Tag stattfinden sollen. Mit 4 (!) gültigen Versuchen und Saisonbestleistung katapultierte sich Silke Spiegelburg auf den 4. Platz. Zum vierten Male (!) insgesamt bei Großereignissen wie Europameisterschaften (2012), Weltmeisterschaften (2009) und Olympischen Spielen (2012).

Mit ebenfalls persönlicher Bestleistung erkämpfte sich Claudia Rath im Siebenkampf den vierten (!) Platz, ganze 15 Pünktchen vom Bronzerang entfernt. Und Martin Wierig schließlich schleuderte den Diskus auf eine Weite, die am Ende, genau, Rang 4 (!) bedeutete, gerade mal 17 cm am Treppchen vorbei. Ach ja, damit waren bis dahin insgesamt 4 vierte Plätze der deutschen Athleten zu verzeichnen.

Aber dann gab es ja noch einen Robert Harting. In unnachahmlicher Manier und trotz offensichtlicher Rückenbeschwerden schleuderte der "Arm der Vergeltung", wie es der Berliner selbst formulierte, den Diskus erneut auf die Siegerweite und gewann seine 4. (!) WM-Medaille. Es war zugleich der Titel-Hattrick. Grandios.
5. Tag
Er brachte das Aus schon in der Qualifikation für eine der größten deutschen Medaillen-Hoffnungen, Betty Heidler. 68,83 m und damit rund acht Meter hinter ihrer diesjährigen Saisonbestleistung reichten der Hammerwerferin gerade mal für den 15. Platz.
6. Tag
Ezekiel Kemboi aus Kenia rannte zum sechsten Mal in Folge auf einen der Medaillenplätze über 3.000 m Hindernis. Bei den Weltmeisterschaften 2003 bis 2007 landete er jeweils auf dem Silberplatz, 2009 - 2013 auf dem obersten Treppchen. Bei der Dichte der Konurrenz vor allem aus dem eigenen Lager eine nahezu einmalige Bilanz.

Der Hochsprung entwickelte sich zu einem der Höhepunkte der WM. Bohdan Bondarenko heißt der gefeierte Star aus der Ukraine. Er stieg erst bei 2,29 m in den Wettbewerb ein, einer Höhe, die mehr als die Hälfte der ursprünglich 34 angetretenen Hochspringer erst gar nicht erreichten. Bondarenko genügten schließlich vier Versuche, um mit 2,41 m den Titel zu gewinnen und zugleich einen neuen Meisterschaftsrekord zu feiern. Nie zuvor sprang bei Weltmeisterschaften ein Hochspringer über diese Höhe. An der neuen Weltrekordhöhe scheiterte er. Noch. Aber auch die beiden Nächstplatzierten lieferten sich untereinander und dem Sieger einen packenden Kampf, den sie jeweils mit einer Höhe von 2,38 m beendeten.
7. Tag
Mit beeindruckender Nervenstärke und nicht unbedingt erwartet nach seinen diesjährigen Leistungen verteidigte David Storl seinen Weltmeistertitel von Daegu. Sein Siegesstoß war zunächst von einem Kampfrichter für ungültig erklärt worden. Erst das Foto eines Fotografen bewies, dass es sich um einen einwandfreien Versuch gehandelt hatte. Ein echter Wettkampftyp, der den Leichtathletikfans noch viel Freude bereiten dürfte.
8. Tag
Usain Bolt zum zweiten. Ungefährdet ersprintete er sich in Weltjahresbestzeit sein siebtes WM-Gold. über die 200 m-Sprintstrecke war es sein dritter WM-Sieg nacheinander. Das war in dieser Disziplin bis dahin noch keinem Athleten gelungen.
9. und letzter Tag
Christina Obergföll schaffte es endlich, nach einer Reihe von zweiten Plätzen das ersehnte Gold zu holen. Mit deutlichem Vorsprung warf sie ihren Speer auf die Siegerweite von 69,05 m.
Und Hoffnungen auf die Zukunft machten die beiden deutschen Sprintstaffeln (jeweils Platz 4) sowie der gerade mal 20-jährige Homiyu Tesfaye, der über 1.500 m als bester Europäer auf Platz 5 lief.

Und Usian Bolt holte mit der Staffel seinen dritten Sieg und avancierte damit nach Zahl und Wertigkeit der Medaillen zum erfolgreichsten Leichtathleten der WM-Geschichte. Dessen Landsfrau Shelly-Ann Fraser-Pryce machte es ihm gleich und holte in den gleichen Disziplinen ebenfalls dreimal Gold.
Fazit
Die deutschen Athleten waren so erfolgreich wie lange nicht mehr. Mehr Goldmedaillen (5) gab es zuletzt 1997. Doch auch außerhalb der Medaillenränge erfreuten viele gute Platzierungen. Allein sieben vierte Plätze (mehr hatte nur die USA) und Rang 5 in der Nationenwertung kennzeichnen den Aufwärtstrend.



Die deutschen Medaillengewinner
und Nächstplatzierten im Überblick
Platzierung Zahl Athlet/in Disziplin
Gold 4 Robert Harting Diskuswurf
Raphael Holzdeppe Stabhochsprung
Christina Obergföll Speerwurf
David Storl Kugelstoßen
Silber 2 Michael Schrader Zehnkampf
Christina Schwanitz Kugelstoßen
Bronze 1 Björn Otto Stabhochsprung
4. Platz 7 Nadine Müller Diskuswurf
Claudia Rath Siebenkampf
Silke Spiegelburg Stabhochsprung
Linda Stahl Speerwurf
Martin Wierig Diskuswurf
Yasmin Kwadwo, Inna Weit,
Tatjana Pinto, Verena Sailer
4 × 100 m Frauen
Lucas Jakubczyk, Sven Knipphals, Julian Reus, Martin Keller 4 × 100 m Männer
5. Platz 2 Malte Mohr Stabhochsprung
Homiyu Tesfaye 1.500 m
6. Platz 1 Christian Reif Weitsprung
7. Platz 1 Rico Freimuth Zehnkampf
8. Platz 2 Antje Möldner-Schmidt 3.000 m Hindernis
Lisa Ryzih Stabhochsprung
Insgesamt 20 Platzierungen auf den Plätzen 1 - 8



Bei der WM 2013 gab es weder Weltrekorde noch deutsche Rekorde