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0000000000 Logo IAAF    13. Leichtathletik-WM 2011 - Sieger, Verlierer, Rekorde

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Daegu, Südkorea
Zum vierten Mal führte eine außereuropäische Stadt die Leichtathletik-WM durch. Und die kenianische Mannschaft startete gleich mit einem Paukenschlag: In den ersten beiden Entscheidungen, dem Marathon der Frauen und über 10.000 m der Frauen, gelang den Laufwundern aus Afrika der totale Medaillentriumph. Dies gab es bis dahin noch nie.

 

Daegu, Südkorea - Foto: ~Mers
David Storl
Foto: Erik van Leeuwen
Die Sensation schlechthin schaffte ein junger deutscher Kugelstoßer, der bereits als Jahrhunderttalent bezeichnet wird.

David Storl's Siegesstoß, mit dem er seine persönliche Bestweite wahrend der WM dreimal um insgesamt 73 cm (!) steigerte, machte ihn zum ersten deutschen und zugleich jüngsten Weltmeister der WM-Geschichte in dieser Disziplin.




Drei Sieger stellte die Werfernation Deutschland. Neben David Storl sorgten der Überraschungssieger Matthias de Zordo im Speerwurf und der Diskusriese Robert Harting, der seinen Titel von Berlin trotz Knieproblemen erfolgreich verteidigte, für strahlende Gesichter im deutschen Lager.
Zwei Silbermedaillen von Weltrekordlerin Betty Heidler und der mental gefestigten Nadine Müller sowie eine Bronzemedaille durch Christina Obergföll komplettierten den Triumph der deutschen Werfer.



Bleiben noch zwei deutsche Medaillengewinnerinnen aus dem Nichtwerferbereich. Mit deutschem Rekord katapultierte sich Martina Strutz im Stabhochsprung zu Silber ...

 

... und Jennifer Oeser schaffte es nach der WM von vor zwei Jahren erneut in die Medaillenrange. Nach einem durchwachsenen ersten Tag kämpfte sie sich mit tollen Leistungen, darunter einer persönlichen Bestleistung im Speerwurf, noch auf den Bronzeplatz vor.
Spätere Anmerkung: Durch die im November 2016 dopingbedingt erfolgte Disqualifikation der ursprünglichen russischen Siegerin Tatjana Tschernowa erhielt Jennifer Oeser nachträglich die Silbermedaille zuerkannt.
Martina Strutz
Foto: Jens-Olaf Walter



VERLIERER 1
So stark die deutschen Werfer auftraten, so schwach präsentierten sich die deutschen Läufer. Die letzte Einzelmedaille hatte vor zehn Jahren Ingo Schultz über 400 m geholt. Die beiden Sprintstaffeln kamen nach Wechselfehlern nicht einmal ins Ziel.
LICHTBLICKE
gab es dennoch im Läuferbereich. Im Vorlauf über 400 m Hürden steigerte Georg Fleischhauer seine persönliche Bestzeit auf 48,72 s, scheiterte dann aber im Halbfinale. Mit dieser Zeit hätte er im Finale Bronze gewonnen ...

Und dann gab es da noch eine gewisse Gesa Felicitas Krause. Mit U20-Europarekord belegte die 19-Jährige in einem Weltklassefeld im Finale des 3.000 m-Hindernisrennens einen hervorragenden sechsten Platz.

Brittney Reese
Foto: Jens-Olaf Walter
TITELVERTEIDIGER
Insgesamt vier Athletinnen und sieben Athleten konnten ihren jeweiligen Einzeltitel von der WM in Berlin 2009 verteidigen. Eine davon war die Amerikanerin Brittney Reese, die erneut im Weitsprung siegte.



Einen REKORD der besonderen Art errang die portugiesische Geherin Susana Feitor. Sie nahm zum 11. Mal (!) an Weltmeisterschaften teil - und wurde mit 36 Jahren Vierte im 20-Kilometer-Wettbewerb. Sie übertrumpfte damit Franka Dietzsch als Rekordteilnehmerin, die 2009 zum zehnten und letzten Mal an Weltmeisterschaften teilgenommen hatte.

VERLIERER 2
Vor zwei Jahren bei der WM in Berlin noch der Held, als er sich verletzt mit nur zwei Sprüngen zu WM-Gold im Stabhochsprung katapultierte, scheiterte der Australier Steven Hooker diesmal schon in der Qualifikation.

Nach zwei Joggingläufen im Vorlauf und im Halbfinale leistete sich Usain Bolt beim 100 m-Finale einen katastrophalen Fehlstart und wurde disqualifiziert. Der Traum vom Titel-Triple war geplatzt. Damit war der Weg frei für dessen Landsmann Yohan Blake, der mit seinem Sieg zum jüngsten Sprintweltmeister der WM-Geschichte einging.

MEDAILLENSAMMLER
Dwight Phillips (USA) sprang zu seinem vierten Weltmeistertitel. Und Dritter war er auch schon mal. Damit wurde er zum erfolgreichsten Teilnehmer im Weitsprung bei Weltmeisterschaften.
Dessen Landsfrau Allyson Felix sammelte gleich vier Medaillen in Daegu: Zweimal Gold in den Staffelwettbewerben sowie Bronze über 200 m und Silber über 400 m. Zusammen mit den bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften errungenen 6 Goldmedaillen schraubte sie ihre Medaillenbilanz damit auf insgesamt 10 Medaillen. Der Zahl der Medaillen nach belegt sie in der ewigen Bestenliste hinter Merlene Ottey und zusammen mit Carl Lewis nun Platz 2.

WIEDERHOLUNGEN
über 5.000 m der Frauen belegten die ersten vier Plätze die gleichen Sportlerinnen wie schon bei der WM 2009. Und auch in der 4x 400 m-Staffel der Frauen gab es auf den ersten vier Plätzen den gleichen Einlauf wie vor zwei Jahren.





Die deutschen Medaillengewinner
und Nächstplatzierten im Überblick
Platzierung Zahl Athlet/in Disziplin
Gold 3 Robert Harting Diskuswurf
David Storl Kugelstoßen
Matthias de Zordo Speerwurf
Silber 4 Betty Heidler Hammerwurf
Nadine Müller Diskuswurf
Martina Strutz Stabhochsprung
Jennifer Oeser Siebenkampf
Bronze 1 Christina Obergföll Speerwurf
4. Platz 2 Katharina Molitor Speerwurf
Markus Esser Hammerwurf
5. Platz 2 Malte Mohr Stabhochsprung
Lilli Schwarzkopf Siebenkampf
6. Platz 1 Gesa Felicitas Krause 3.000 m Hindernis
7. Platz 4 Christian Reif Weitsprung
Jonas Plass, Kamghe Gaba, Miguel Rigau, Thomas Schneider 4 x 400 m
Kathrin Klaas Hammerwurf
Pascal Behrenbruch Zehnkampf
8. Platz 4 Sebastian Bayer Weitsprung
Mark Frank Speerwurf
Nadine Kleinert Kugelstoßen
Jan Felix Knobel Zehnkampf
Insgesamt 21 Platzierungen auf den Plätzen 1 - 8


Rekorde bei der WM 2011
Rekord Athlet/in Disziplin Land Leistung
WR Nesta Carter, Michael Frater, Yohan Blake, Usain Bolt 4 x 100 m Flagge Jamaika JAM 37,04 s
DR Martina Strutz Stabhochsprung   4,80 m