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0000000000 Logo IAAF    12. Leichtathletik-WM 2009 - Sieger, Verlierer, Rekorde

Zurück zur WM | Medaillenspiegel


Bei wunderschönem Wetter präsentierte sich Deutschland nach 1993 zum zweiten Mal als Gastgeber der Leichtathletik-WM. Und schon der erste Tag brachte für das deutsche Team die erste Medaille: Ralf Bartels wiederholte seinen dritten Platz von der WM 2005. Am Ende standen neun Medaillen in der Bilanz. Die Schmach der letzten Olympischen Spiele mit nur einer Bronzemedaille war getilgt.


Steffi Nerius - WM 2009
Foto: Verleihnix
In ihrem letzten offiziellen Wettkampf und nach drei Mal Bronze bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften warf Steffi Nerius ihren Speer bereits mit ihrem ersten Versuch zur Goldmedaille ...



... und es gab wohl niemanden, der ihr diesen Erfolg nicht gegönnt hätte.
Steffi Nerius
Foto: André Zehetbauer, Schwerin



Usain Bolt musste mit seinem Endlauf warten, bis Jennifer Oeser und Nadine Kleinert ihre Freudentänze beendet hatten: Beide hatten fast zeitgleich im Siebenkampf bzw. im Kugelstoßen Silber erkämpft. "Nur ein Sturz könne sie noch vom Gewinn einer Medaille abhalten", meinte die Siebenkämpferin vor dem abschließenden 800 m-Lauf. Und genau der folgte nach knapp der ersten Stadionrunde. Doch sie rappelte sich blitzschnell auf und rannte, getragen von den Anfeuerungen des Publikums, in einem phantastischen Finish doch noch zur Silbermedaille.





Und dann startete Usain Bolt zu einem grandiosen, seinem insgesamt dritten Weltrekord über 100 m. Sein ärgster Rivale, der Amerikaner Tyson Gay, lief die drittbeste je gelaufene Zeit (nur Bolt selbst war im gleichen Rennen und genau ein Jahr zuvor bei seinem Olympiasieg schneller), und lag doch deutlich hinter dem jamaikanischen Ausnahmesprinter zurück. 41 Schritte benötigte der bis zum Ziel, rund 2,44 m je Schritt. Er erreichte eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 45 Kilometer pro Stunde.
100 m Finale
Foto: Erik van Leeuwen



VERLIERER 1
Mit einem "Salto Nullo" verabschiedete sich die klarste Favoritin der WM, die Stabhochspringerin Jelena Issinbajewa. Der Titelverteidigerin gelang kein gültiger Versuch.
Jelena Issinbajewa
Foto: André Zehetbauer
VERLIERER 2
Wie schon bei der letzten WM vor zwei Jahren in Osaka konnten Frankreich und Italien erneut keinen Titel gewinnen.



Ariane Friedrich und Meike Kröger
Foto: José Goulão
GEWINNER waren auch unsere Hochsprungasse Ariane Friedrich und Raul Spank. In hochspannenden Wettkämpfen sprangen die beiden bei ihrer ersten WM jeweils zu Bronze.

(im Bild Ariane Friedrich und Meike Kröger, die mit übersprungenen 1,87 m Platz 11 belegte)



Einen REKORD
der besonderen Art durfte Franka Dietzsch feiern: Zum 10. Mal (!) nahm sie an Weltmeisterschaften teil. Der Einzug ins Finale des Diskuswurfs blieb ihr leider verwehrt.

Auch wenn sie ihren Titel nicht verteidigen konnte, steigerte sich Betty Heidler in einem bravourösen Wettkampf auf die mit Silber belohnte neue deutsche Rekordmarke von 77,12 m. Geschlagen wurde sie nur von der Weltrekord werfenden Polin Anita Włodarczyk.

ZWEISPRUNG-WELTMEISTER
Seine Verletzung am Oberschenkel ließ dem Australier Steven Hooker maximal zwei Sprünge im Stabhochsprung zu. Den ersten bei 5,85 m riss er, mit dem zweiten über 5,90 m sprang er zu WM-Gold.

DREIFACHSIEG
Vor zwei Jahren errangen Tyson Gay (USA) und dessen Landsfrau Allyson Felix historische Dreifach-Siege. Diesmal war es Usain Bolt vorbehalten, wie schon im Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen Gold über 100 m, 200 m und 4 x 100 m zu gewinnen.

In einem denkwürdigen Diskuswurf-Finale gewann Robert Harting die 50. deutsche Goldmedaille in der Geschichte der Leichtathletik-Weltmeisterschaften. In "seinem" Stadion erzielte der Berliner im letzten Versuch die Siegesweite. Der bis dahin führende Pole Piotr Małachowski war geschlagen. Danach tanzte Harting mit freiem Oberkörper durch das Berliner Olympiastadion.

SERIENSIEGER
Allyson Felix (USA) feierte über 200 m den dritten WM-Titel in Folge. Und der Äthiopier Kenenisa Bekele war gar zum vierten Mal nacheinander erfolgreich (10.000 m).





Die deutschen Medaillengewinner
und Nächstplatzierten im Überblick
Platzierung Zahl Athlet/in Disziplin
Gold 2 Steffi Nerius Speerwurf
Robert Harting Diskuswurf
Silber 3 Nadine Kleinert Kugelstoßen
Jennifer Oeser Siebenkampf
Betty Heidler Hammerwurf
Bronze 4 Ralf Bartels Kugelstoßen
Ariane Friedrich Hochsprung
Raul Spank Hochsprung
Marion Wagner, Anne Möllinger, Cathleen Tschirch, Verena Sailer 4 x 100 m
4. Platz 3 Silke Spiegelburg Stabhochsprung
Kathrin Klaas Hammerwurf
André Höhne 50 km Gehen
5. Platz 3 Christina Obergföll Speerwurf
Sergej Litvinov jr. Hammerwurf
Fabienne Kohlmann, Sorina Nwachukwu, Esther Cremer, Claudia Hoffmann 4 x 400 m
6. Platz 4 Linda Stahl Speerwurf
Nadine Müller Diskuswurf
Markus Esser Hammerwurf
Pascal Behrenbruch Zehnkampf
7. Platz 2 Anna Battke Stabhochsprung
Alexander Straub Stabhochsprung
8. Platz 3 Mark Frank Speerwurf
Antje Möldner 3.000 m Hindernis
Julia Mächtig Siebenkampf
Insgesamt 24 Platzierungen auf den Plätzen 1 - 8


Rekorde bei der WM 2009
Rekord Athlet/in Disziplin Land Leistung
WR Usain Bolt 100 m Flagge Jamaika JAM 9,58 s
WR Usain Bolt 200 m Flagge Jamaika JAM 19,19 s
WR Anita Włodarczyk Hammerwurf Flagge Polen POL 77,96 m
ER Bouabdellah Tahri 3.000 m Hindernis Flagge Frankreich FRA 8:01,18 min
DR Betty Heidler Hammerwurf   77,12 m
DR Antje Möldner 3.000 m Hindernis   9:21,73 min
DR Antje Möldner 3.000 m Hindernis   9:18,54 min